Aktuell

Glasfaserausbau in Filderstadt schreitet voran
Jetzt sind die Bürger*innen am Zug


FILDERSTADT. Nun sind die Bürger*innen am Zug. Denn: „Wer einen Glasfaseranschluss haben will, muss jetzt selbst aktiv werden“, sagt einer, der es wissen muss: Jan Meier, der Geschäftsführer der zuständigen Filderstadtwerke. Sein Ausblick: In Kürze sei es für Privat- und Geschäftskunden möglich, die Produktpakete verschiedener Telekommunikationsunternehmen und damit schnelles Internet (mit bis zu einem

Gigabit pro Sekunde) zu ordern.

Der Hintergrund dieses deutschlandweiten Vorreiterprojekts: Die Filderstadtwerke und die Telekom haben vor rund einem Jahr eine Vereinbarung über den flächendeckenden Bau und Betrieb eines Glasfasernetzes in der Großen Kreisstadt getroffen. Das gemeinsame Ziel: Bis 2030 sollen 90 Prozent aller Haushalte in Filderstadt über „Highspeed“-Anschlüsse verfügen. Dafür müssen Leitungen in rund 25.000 Haushalte in mehr als 8.000 Gebäuden gelegt werden.

Christoph Traub im Februar 2021: „Das ist eine große Herausforderung in den kommenden Jahren. Wir müssen uns einmal quer durch die Stadt graben und auch die langen Verbindungsstrecken zwischen den einzelnen Stadtteilen überwinden. Dabei werden wir Synergien nutzen und, wo immer

möglich, den Glasfaserausbau mit Tiefbaumaßnahmen in anderen Gewerken verbinden.“

Arbeitsteilige Kooperation

Die Kooperation zwischen den Filderstadtwerken und der Telekom besteht aus einem arbeitsteiligen Ansatz: Die Filderstadtwerke bauen das so genannte FFTH-Netz (Fiber to the home – Glasfaser bis ins Haus und sogar in die Wohnungen) aus. Die Telekom ihrerseits pachtet die Glasfasern und kommt ihrem Versprechen eines kooperativen Glasfaserausbaus nach. Das heißt konkret: Nicht

nur Privat- und Geschäftskunden der Telekom Deutschland GmbH können in den Genuss des schnellen Internets kommen – auch alle anderen Kommunikationsanbieter haben die Chance, ihre Produkte über das von der Telekom betriebene Netz zu vermarkten. Und diese Prozessphase startet in Kürze. Infomobile von Anbietern in der Stadt, Annoncen in Zeitungen und im Amtsblatt sowie Infoflyer in Briefkästen weisen auf diverse Produktpakete hin.

Jan Meier rät der Bevölkerung dringend: „Jetzt müssen Sie aktiv werden, wenn Sie einen Glasfaseranschluss haben wollen.“ Die Filderstadtwerke haben in den zurückliegenden Monaten in allen Filderstädter Stadtteilen die notwendigen „Vorarbeiten“ geleistet. Das Ausbaugebiet umfasse Bernhausen, Bonlanden, Harthausen, Plattenhardt und Sielmingen. Die genauen Abschnitte können den Plänen auf der Homepage (www.filderstadtwerke.de) entnommen werden.

Glasfaserteam ist Ansprechpartner

Auf der Website finden Interessierte folgende Angaben: „Wenn sich Ihr Gebäude in einem aktuellen Ausbaugebiet befindet, kann es an das neue Glasfasernetz angeschlossen werden. Wenn Sie uns beauftragen, stellen wir für Sie den Hausanschluss Ihres Gebäudes her und verbinden je nach Bedarf, auch die einzelnen Wohnungen beziehungsweise Geschäftseinheiten im Gebäude mit einem eigenen Glasfaseranschluss. Für die Verkabelung im Gebäude nutzen wir entweder vorhandene Kabelkanäle, wenn Sie uns diese zur Verfügung stellen können. Wenn dies nicht möglich ist, verlegen wir neue Kabel auf geeigneten Trassen, zum Beispiel im Treppenhaus, Aufputz (also sichtbar in Leerrohren). Diese Anschlüsse und sämtliche dazu erforderliche Arbeiten führen wir für Sie kostenfrei durch. Sollten Sie bei der Innenverkabelung darüberhinausgehende, besondere Wünsche haben, bitten wir Sie, diese auf eigene Rechnung zu beauftragen….“

KONTAKT: Bei Fragen steht das Glasfaserteam der Filderstadtwerke gerne zur Verfügung. Es ist unter der Telefonnummer: 0711/7003-8144 oder per E-Mail: glasfaser@filderstadt.de zu erreichen.

Nachahmung erwünscht

Die Filderstadtwerke bauen das FFTH-Netz aus, die Telekom pachtet, betreibt und vermarktet die Glasfasern. Auf diese Weise bleibt das Netz als Infrastruktur der digitalen Zukunft in kommunaler Hand. Die wohl einzigartige Kooperation zwischen den Filderstadtwerken und der Telekom hat längst Schule gemacht. Nachahmung anderer Städte und Gemeinden ist sogar ausdrücklich erwünscht. (sk)